MATERIE, EIN ANDERER NAME FUR ILLUSION

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 MATERIE, EIN ANDERER NAME FÜR ILLUSION

« Alle Ereignisse und Objekte, auf die wir im Leben stoßen – Gebäude, Menschen, Städte, Autos, Orte, alles, was wir sehen, greifen, berühren, riechen, schmecken und hören – entsteht als Bilder und Gefühle in unserem Gehirn ».

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Wir haben gelernt, zu denken, dass diese Bilder und Gefühle durch eine solide Welt außerhalb unseres Gehirns verursacht werden, in der materielle Dinge existieren. In Wirklichkeit jedoch können wir nie das Original von irgendetwas sehen und wir können auch niemals das Original von irgendetwas berühren. Das heißt, alles, was wir bisher als Materie angenommen haben, ist tatsächlich nur eine Illusion, die in unserem Gehirn gebildet wird.

Dies ist keine philosophische Vermutung. Es ist eine Tatsache, die durch die moderne Wissenschaft empirisch nachgewiesen worden ist. Jeder Mediziner, Neurologe, Biologe oder andere Spezialist für Hirnforschung würde heute auf die Frage, wie wir die Welt sehen, antworten: Wir sehen die Welt im Sehzentrum unseres Gehirns.

Diese Tatsache ist im zwanzigsten Jahrhundert wissenschaftlich nachgewiesen worden, und obgleich es überraschend scheint, impliziert sie notwendigerweise die Antworten auf zwei Fragen: « Wenn unser Leben aus den Erscheinungen besteht, die in unserem Gehirn verursacht werden, wer oder was ist es dann, der diese Erscheinungen bewirkt? Wer oder was ist es, das diese Erscheinungen in unserem Gehirn sieht, ohne Augen zu haben und sie genießen kann, der aufgeregt sein und glücklich sein kann? »

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Es sind nicht unsere Augen, die sehen, sondern unser Gehirn

Weil wir es unser Leben lang so gelernt haben, stellen wir uns vor, dass wir die Welt mit unseren Augen sehen. Wir kommen zu dem Schluss, dass unsere Augen unsere Fenster zur Welt sind. Die Wissenschaft jedoch zeigt uns, dass wir nicht mit unseren Augen sehen. Unsere Augen und Millionen Nervenzellen in den Augen sind dafür verantwortlich, dem Gehirn eine Mitteilung zu schicken, damit der Vorgang des « Sehens » stattfinden kann. Erinnern wir uns, was wir in der Schule gelernt haben:

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Alles, Was Wir Sehen Und Besitzen, ist EinBild, Das in Unserem Gehirn Entsteht

Ein Mensch, der ein kleines Kind betrachtet, während es mit einem Ball spielt, sieht es tatsächlich nicht mit seinen Augen. Die Augen sind nur dafür verantwortlich, das Licht auf die Netzhaut zu leiten. Wenn das Licht die Netzhaut erreicht, bildet sich ein seitenverkehrtes, zweidimensionales Bild des Kindes auf ihr. Dann wird dieses Bild in einen elektrischen Strom umgewandelt, welcher dem Sehzentrum an der Rückseite des Gehirns übermittelt wird, wo das Bild des Kindes tadellos in dreidimensionaler Form gesehen wird. Wer aber sieht das dreidimensionale Bild des Kindes in vollkommener Klarheit an der Rückseite des Gehirns? Offenbar ist das, wovon wir hier sprechen, die Seele, die ein Wesen jenseits des Gehirns ist.

Das Licht, das auf das Auge fällt, tritt durch die Linse an der Vorderseite des Auges ein, wobei es gebrochen wird und seitenverkehrt auf die Netzhaut an der Hinterseite des Auges projiziert wird. Nach einer Reihe chemischer Prozesse wandeln die Stäbchen- und Zapfenzellen in der Netzhaut dieses Bild in elektrische Impulse um. Diese elektrischen Signale werden durch die Augennerven zu einem winzigen Punkt im hinteren Teil des Gehirns, dem « Sehzentrum », weitergeleitet. Im Gehirn werden diese Impulse als bedeutungsvolles und dreidimensionales Bild wahrgenommen.

Wenn wir spielende Kinder in einem Park betrachten, sehen wir diese Kinder und den Park nicht mit unseren Augen, denn dieses Bild entsteht nicht vor unseren Augen, sondern im hinteren Teil unseres Gehirns.

Trotz dieses einfachen Beispiels ist der Sehvorgang tatsächlich ein überaus komplizierter Prozess. Lichtstrahlen werden in elektrochemische Impulse umgewandelt und bilden eine dreidimensionale, farbige und helle Welt. R. L. Gregory, Autor des Buches « Eye and Brain » (Auge und Gehirn), erklärt die großartige Struktur des Sehsystems folgendermaßen:

Man bedenke, dass wir kleine, verzerrte und auf dem Kopf stehende Bilder durch die Augen erhalten, und was wir sehen sind solide Objekte in einer räumlichen Umgebung. Von den Reproduktionsmustern auf der Netzhaut nehmen wir die Welt der Objekte wahr, und das ist eigentlich ein Wunder !

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Alle Dinge, Die Wir Sehen Und Besitzen, Sind Tatsächlich Bilder, Die In Unserem Gehirn Entstehen

Wenn ein Mensch eines seiner Augen reibt, sieht er, dass das Bild seines Autos sich auf und ab bewegt. Dies ist der Beweis dafür, dass der Beobachter nicht das tatsächliche Auto, sondern sein Bild innerhalb seines Gehirns sieht.

All dies führt uns immer wieder zu derselben Erkenntnis: Wir nehmen an, dass die Welt sich außerhalb von uns befindet. Doch die Welt ist in uns. Obwohl wir glauben, dass die Welt sich außerhalb von uns befindet, sehen wir die Welt in einem winzigen Punkt innerhalb unseres Gehirns. Der Chef eines Unternehmens kann das Gebäude, sein Auto auf dem Parkplatz, sein Haus am Strand, seine Jacht, und alle Menschen, die für ihn arbeiten, seine Rechtsanwälte, seine Familie, und seine Freunde so betrachten, als ob er mit der ausserlichen Existenz von diesen einen direkten Kontakt hat. Jedoch sind all dies nur Bilder, mit denen er konfrontiert ist, die innerhalb seines Kopfes an einem winzigen Punkt im hinteren Teil seines Gehirns entstehen. Er kennt nie die wahre Essenz der Materie in der Aussenwelt.

Dieser Mensch hat keine Ahnung von dieser Tatsache, selbst wenn er es wüsste, würde er nicht darüber nachdenken. Wenn er mit seinem neuen luxuriösen Auto stolz vor seiner Firma steht, und wegen des Windes ein Staubkorn in sein Auge gelangt, kann er diese Tatsache sofort begreifen. Wenn er sein Auge reibt, während es offen ist, wird er sehen, dass das Gebäude seiner Holding sich auf und ab oder nach rechts und links bewegt. Genau in diesem Moment versteht ein denkender Mensch, dass das was er
sieht, keine solide Existenz außerhalb von ihm selbst ist.

Es ist eine Tatsache, dass jeder Mensch sein ganzes Leben lang alles in seinem Gehirn sieht, und dass er niemals die Originale dieser Objekte erreichen kann. Die Bilder, die wir sehen, sind Kopien der Objekte in unserem Gehirn, die außerhalb von uns existieren. Wir können die Originale dieser Kopien nie wissen.

Obwohl der deutsche Professor der Psychiatrie und Neurologie Hoimar von Ditfurth ein Materialist war, sagte er über diese wissenschaftliche Tatsache folgendes:

Ganz gleich wie wir argumentieren, es ändert das Ergebnis nicht. Was voruns in vollständiger Form steht und was unsere Augen sehen, ist nicht die « Welt », sondern nur ihr Abbild, etwas Ähnliches, eine Projektion, deren Verbindung mit dem Original diskutierbar ist.

Wenn Sie einen Blick in den Raum werfen, in dem Sie sitzen, ist das was Sie sehen, nicht der Raum selbst. Sie sehen die Kopie des Raumes, die in Ihrem Gehirn gebildet wird. Es ist für Sie niemals möglich, den originalen Raum mit Ihren Sinnesorganen wahrzunehmen.


 Wie entsteht ein helles und farbiges Bild in Ihrem dunklen Gehirn ?

In Unserem Finsteren Gehirn Sehen Wir Eine Helle Welt

Ein weiterer Punkt, den wir im Auge behalten sollten, ist die Tatsache, dass das Gehirn total vom Licht isoliert und in seinem Inneren völlig dunkel ist. Das Licht hat keinen direkten Zugang zum Gehirn selbst. Aber in einer wunderbaren Weise beobachten Sie in solch völliger Dunkelheit eine helle und farbige Welt. Eine farbige Natur, strahlende Landschaften, alle Grüntöne, die Farben der Früchte, die Form der Blumen, die Helligkeit der Sonne, Menschen auf einer belebten Straße, schnelle Autos im Verkehr, alle Kleidungsstücke in einem Einkaufszentrum – alle das entsteht im finsteren Gehirn.

Dieser interessante Umstand lässt sich anhand eines Beispiels erklären: Nehmen wir an, wir haben ein Grillfeuer vor uns, das wir eingehend betrachten. Unser Gehirn hat dabei keinen direkten Kontakt mit dem Licht, dem Glanz und der Hitze des Feuers. Während wir das Licht und die Hitze des Grills sehen, ist das Innere unseres Gehirns vollständig dunkel, und seine Temperatur ändert sich nicht. Es ist ein außerordentliches Wunder, dass die elektrischen Impulse innerhalb unseres dunklen Gehirns ein farbiges, helles Bild erzeugen. Jemand, der über diesen wunderbaren Vorgang gründlich nachdenkt, wird erstaunt und fasziniert sein.


 Auch das Licht entsteht im Gehirn

Das Innere des Gehirns ist völlig dunkel. Das Licht erreicht das Innere des Gehirns nicht.

Als wir diskutierten, was die Wissenschaft über den Sehvorgang entdeckt hat, haben wir erwähnt, dass das Licht, das wir von außen wahrnehmen, die Zellen in unserem Auge in Schwingungen versetzt und dass diese Schwingungen räumliche Bilder verursachen. An diesem Punkt stoßen wir auf ein weiteres Phänomen: Außerhalb unseres Gehirns existiert auch das Licht nicht, das wir erkennen. Licht entsteht ebenfalls in unserem Gehirn. Was wir außerhalb unseres Gehirns als Licht definieren, sind elektromagnetische Wellen und Photonen (Photonen sind Energie-Partikeln). Wenn diese elektromagnetische Wellen oder Photonen die Netzhaut anregen, entsteht das Licht, das wir kennen. In den Physikbüchern wird diese Eigenschaft des Lichts folgendermaßen erklärt :

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Der Begriff « Licht » wird für elektromagnetische Wellen und Photonen verwendet. Derselbe Begriff wird auch im psychologischen Sinn als das Gefühl verwendet, das im Menschen erweckt wird, wenn die elektromagnetischen Wellen und Photonen die Retina erreichen. Lassen Sie uns sowohl die objektiven als auch die subjektiven Begriffe zusammen ausdrücken: Das Licht ist eine Form der Energie, die im Auge des Menschen durch den Vorgang des Sehens entsteht, der durch die Anregung der Retina verursacht wird.

Folglich entsteht das Licht in uns als Folge der Effekte von elektromagnetischen Wellen und Energie-Partikeln. Es gibt außerhalb von uns kein Licht, das ein Bild in unserem Gehirn bilden könnte. Es gibt nur Energie. Wir sehen eine bunte, helle Welt, wenn diese Energie unser Auge erreicht.


 Auch die Farben entstehen im Gehirn

Alle Farben Entstehen in Unserem Gehirn, in Der Aussenwelt Gibt Es Keine Farbe

In der Außenwelt existiert keine Farbe. Die Farben entstehen nur im Auge und im Gehirn des Beobachtenden. In der Außenwelt gibt es nur Energie unterschiedlicher Wellenlängen. Es ist unser Gehirn, welches diese Energie in Farben umwandelt.

Seit unserer Geburt sehen wir eine farbige Umgebung; Aber im Univer-sum existiert keine einzige Farbe. Die Farben entstehen in unserem Gehirn. Außen gibt es nur elektromagnetische Wellen, die unterschiedliche Wellenlän-gen haben. Was unser Auge erreicht, ist die Energie dieser unterschiedlichen Wellenlängen. Wie oben erwähnt, definieren wir dies als Licht. Aber es ist kein leuchtendes, helles Licht, sondern nur Energie. Unser Gehirn interpretiert die unterschiedlichen Wellenlängen, und wir sehen die Energie als Farben. Jedoch sind weder die Meere blau, die Gräser grün, die Erde braun noch die Früchte farbig. Wir sehen sie farbig, weil wir sie in unserem Gehirn so wahrnehmen. Daniel C. Dennet, der durch seine Büchern über das Bewusstsein und das Gehirn bekannt ist, fasst diese Tatsachen folgendermaßen zusammen:

Entsprechend der herrschenden Meinung hat die Wissenschaft die Farben aus der physikalischen Welt entfernt und sie durch farblose elektromagnetische Strahlungen unterschiedlicher Wellenlängen ersetzt.

Dennet erklärt in einem seiner Bücher über das Gehirn die Entstehung der Farben wie folgt :

In der Welt existiert keine Farbe; die Farbe entsteht nur im Auge und im Gehirn des Beobachtenden. Die Objekte reflektieren die
unterschiedlichen Wellenlängen des Lichtes, aber diese Lichtwellen haben keine Farbe.

Um diese wissenschaftlich bewiesene Tatsache besser verstehen zu können, lassen Sie uns kurz untersuchen, wie wir die Farben sehen.

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Wenn Licht, auf einen Gegenstand trifft, reflektiert dieser Gegenstand das Licht in unterschiedlichen Wellenlängen. Es erreicht dann das Auge. Was wir hier als Licht beschreiben, sind tatsächlich elektromagnetische Wellen und Photonen. Wir wollen nicht vergessen, dass das Licht, das wir kennen, nur innerhalb unseres Gehirns entsteht. Die Wahrnehmung der Farbe beginnt in
den Zapfenzellen der Retinaschicht. In der Retina gibt es drei hauptsächliche Zapfenzellengruppen, welche auf bestimmte Wellenlängen des Lichts reagieren. Die erste dieser Zellengruppen reagiert empfindlich auf rotes, die zweite auf blaues, die dritte auf grünes Licht. Als Folge der Reizung dieser drei unterschiedlichen Zapfenzellen in verschiedenen Schichten der Retina entstehen Millionen von verschiedenen Farbtönen. Es genügt jedoch nicht, dass das Licht die Zapfenzellen erreicht, damit die
Farben entstehen können. Der Forscher Jeremy Nathans an der medizinischen Fakultät der Johns Hopkins Universität erklärt
folgendermaßen, dass die Zellen im Auge keine Farben bilden können:

Das einzige, was eine Zapfenzelle machen kann, ist das Licht einzufangen und etwas über seine Intensität auszusagen. Sie erklärt Ihnen nichts über die Farbe.


 Alle Töne Entstehen in Unserem Gehirn, in Der Aussenwelt Gibt Es Keinen Ton

Die Zapfenzellen wandeln diese Informationen über Farben, die sie wahrnehmen, dank ihrer Pigmente in elektrische Impulse um. Die mit den Zapfenzellen verbundenen Nerven-zellen senden die elektrischen Impulse zu einem speziellen Bereich im Gehirn. Der Ort, an dem die bunte Welt entsteht, die wir unser Leben lang sehen, ist dieser spezielle Bereich.

Aus diesem Grund gibt es keine Farbe und kein Licht außerhalb unseres Gehirns. Es gibt lediglich eine Energie, die sich in Form elektromagnetischer Wellen oder Partikeln bewegt. Sowohl Farben als auch Licht existieren nur innerhalb unseres Gehirns. Wir sehen die Rose als rot, weil die Energie, die unsere Retina erreicht, von unserem Gehirn als die rote Farbe interpretiert wird.

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Farbenblindheit ist einer der Beweise, dass Farben in unserem Gehirn entstehen. Selbst ein kleiner Fehler in der Retina des Auges verursacht Farbenblindheit. Ein Mensch, der an dieser Krankheit leidet, kann die Farben Rot und Grün nicht voneinander unterscheiden. Es ist dann nicht mehr bedeutend, ob die Objekte der Umwelt farbig sind oder nicht. Der Grund, warum wir Dinge farbig sehen ist nicht etwa, dass sie tatsächlich farbig wären, oder außerhalb von uns eine unabhängige materielle Existenz
hätten; es verhält sich vielmehr so, dass alle Eigenschaf-ten, die wir diesen Objekten zuschreiben, in uns selbst und nicht in der äußeren Welt vorhanden sind. Da wir nie über unsere Wahrnehmungen hinausgehen und die Außenwelt erreichen können, können wir auch die Originale von Objekten oder von Farben nicht wissen. Der berühmte Denker Berkeley gibt diese Tatsache mit folgenden Worten zu:

Wenn dieselben Dinge zur selben Zeit für einige rot und heiß und für andere genau entgegengesetzte Eigenschaften haben können, bedeutet dies, dass wir Missverständnissen unterliegen.

Wir hören alle Töne in unserem Gehirn

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Das äußere Ohr erfasst die Schallwellen und leitet sie zum Mittelohr weiter. Das Mittelohr verstärkt diese Schallwellen und übermittelt sie dem Innenohr. Das Innenohr wandelt diese Wellen entsprechend ihrer Intensität und Frequenz in elektrische Impulse um und schickt sie zum Gehirn.

Der Hörvorgang findet in gleicher Weise wie der Sehvorgang statt: Das äußere Ohr fängt die vorhandenen Töne durch die Ohrmuschel auf und leitet sie zum Mittelohr weiter. Das Mittelohr übermittelt die Tonschwingungen indem es sie sie verstärkt. Das Innenohr übersetzt diese Schwingungen in elektrische Impulse und leitet sie zum Hörzentrum im Gehirn, wo die Töne interpretiert werden. Genau wie der Sehvorgang im Sehzentrum des Gehirns stattfindet, vollzieht sich der Hörvorgang analog
dazu im Hörzentrum des Gehirns.

Folglich gibt es außerhalb unseres Gehirns keine Töne, sondern physikalische Schwingungen, die als Schallwellen bekannt sind. Der Ort, an dem diese Schallwellen in Töne umgewandelt werden, ist nicht die Außenwelt oder unser Ohr, sondern das Innere unseres Gehirns. Es sind nicht unsere Augen, die sehen, und nicht unsere Ohren, die hören. Wenn Sie sich
mit Ihrem Freund unterhalten, sehen Sie die Erscheinung Ihres Freundes in Ihrem Gehirn und Sie hören seine Stimme innerhalb Ihres Gehirns. Wenn das Bild in Ihrem Gehirn entsteht, empfinden Sie ein dreidimensionales, räumliches Bild. Genau in derselben Weise hören Sie die Stimme Ihres Freundes. Ob Ihr Freund weit von Ihnen entfernt steht, oder ob er direkt
hinter Ihnen ist, Sie glauben, dass Sie seine Stimme entsprechend seinem Standort aus der Ferne oder aus der Nähe hören. Tatsächlich aber ist die Stimme Ihres Freundes weder direkt hinter Ihnen, noch weit entfernt von Ihnen. Die Stimme Ihres Freundes ist in Ihnen, in Ihrem Gehirn.

Das Gehirn ist gegen Töne genauso isoliert wie gegen Licht. Kein Ton erreicht jemals das Gehirn. Daher herrscht innerhalb des Gehirns absolute Stille, unabhängig davon wie laut es außen auch sein mag. Nichtsdestoweniger vernimmt man die feinsten Geräusche im Gehirn. Dies geschieht mit einer derartigen Präzision, dass das Ohr eines gesunden Menschen alle Töne
ohne atmosphärische Nebengeräusche oder andere Störungen hören kann. Im Gehirn hört man die Symphonien eines Orchesters und den Lärm eines belebten Ortes und kann alle Geräusche innerhalb eines weiten Frequenzbereiches wahrnehmen, vom Rascheln von Blättern bis zum Lärm eines Düsenflugzeugs. Wenn die Lautstärke innerhalb des Gehirns jedoch gleichzeitig mit einem hochempfindlichen Gerät gemessen werden würde, würde sich zeigen, dass dort vollständige Stille herrscht. Die elektrischen Impulse, die Ihr Gehirn erreichen, werden in Ihrem Gehirn als Ton, beispielsweise als das Konzert einer Musikgruppe in einem Stadium voller Menschen gehört.


 Alle Gerüche entstehen im Gehirn

Wenn jemand gefragt wird, wie er Gerüche verspürt, wird er wahrscheinlich « Mit meiner Nase » antworten. Jedoch ist das nicht die richtige Antwort, obwohl einige Menschen sie für wahr halten. Gordon Shepherd, Neurologieprofessor an der Yale Universität erklärt, warum sie nicht richtig ist: « Wir denken, dass wir mit unserer Nase riechen; aber das ist nichts anderes als zu behaupten, dass wir mit unseren O h r l ä p p c h e n hören. »

Unsere Wahrnehmung von Gerüchen vollzieht sich in ähnlicher Weise wie Hören und Sehen: Sich leicht verflüchtigende Moleküle von Aroma-trägern, wie die von Vanille oder einer Rose treffen auf die Rezeptorzellen der Fibrillen im Epithelium der Nase und reagieren mit diesen. Diese Reaktion wird unserem Gehirn in Form von elektrischen Impulsen übermittelt und als Geruch wahrgenommen. Alle Gerüche, ob wir sie als angenehm oder schlecht empfinden, sind nichts anderes als die Wahrnehmung der Reaktion dieser Aromamoleküle in Form von elektrischen Impulsen im Gehirn. Wir nehmen den Duft eines Parfüms, einer Blume, einer Delikatesse, den Geruch des Meeres, alle Gerüche, die wir empfinden, im Gehirn wahr. Doch die Aromamoleküle selbst erreichen niemals das Gehirn. Wie beim Sehen und Hören sind es lediglich elektrische Impulse, die das Gehirn erreichen.

Daher gibt es keine Richtung des Geruchs. Denn alle Gerüche werden im Geruchszentrum in Ihrem Gehirn wahrgenommen. So kommt der Geruch eines Kuchens nicht aus dem Backofen, wie auch der Geruch einer Speise nicht aus der Küche kommt. Ebenso kommt der Geruch eines Geißblattes nicht aus dem Garten und der Geruch des Meeres nicht vom Meer, das weit entfernt von Ihnen ist. All diese Gerüche werden an einem winzigen Punkt in Ihrem Gehirn wahrgenommen. Außerhalb dieses Wahrnehmungszentrums gibt es kein Konzept einer Richtung wie rechts, links, vorne oder hinten.

Kein Geruch erreicht uns aus der Entfernung. Wir nehmen an, dass die in unserem Geruchszentrum gebildeten Wahrnehmungen die Gerüche der Gegenstände unserer Umgebung sind. Doch geradeso, wie das Bild einerRose sich im Sehzentrum entfaltet, so entsteht auch der Duft dieser Rose innerhalb des Geruchszentrums. In der Außenwelt gibt es weder eine Rose noch ihren Duft. Wenn es ja auch in der Außenwelt einen echten Duft gäbe, wäre es für Sie nie möglich, das Original des Duftes zu erreichen.

Der berühmte Denker Berkeley bemerkt zu dieser Ta t s a c h e F o l g e n d e s :  » A n f a n g s wu r d e
angenommen, dass Farben, Gerüche usw. « tatsächlich existieren », doch später wurden solche Auffassungen abgelehnt, und es erwies sich, dass alles nur in Bezug auf unsere Wahrnehmung existiert. »

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Um zu verstehen, dass der Geruch eine Wahrnehmung ist, kann es lehrreich sein, über Träume nachzudenken. Wie die Menschen in ihren Träumen alle Bilder ganz realistisch sehen, verspüren sie auch alle Gerüche ganz realistisch. Beispielsweise, jemand, der in seinem Traum in ein Restaurant geht, nimmt sein Abendessen inmitten der Gerüche anderer Speisen ein. Jemand, der in seinem Traum an der Küste spazieren geht, verspürt den Geruch des Meeres, und jemand, der von einem Blumengarten träumt, empfindet die Lust der herrlichen Düfte. Ebenso kann jemand, der in seinem Traum in eine Parfümerie geht und ein Parfum auswählt, sogar zwischen den Düften dieser Parfüms unterscheiden. Im Traum kann alles so realistisch sein, dass, wenn die Person aufwacht, sie über diese Situation sehr überrascht sein wird.

Es nicht notwendig, Träume zu untersuchen, um dieses Thema zu verstehen. Es reicht aus, sich eine der Beschreibungen vorzustellen, die wir bereits erwähnt haben. Zum Beispiel: Denken Sie jetzt an eine Blume. Obwohl Sie keine Blume in der Handhalten, können sie den Duft der Blume riechen, wenn Sie sich auf die Blume konzentrieren. Der Geruch entsteht nun in Ihrem Gehirn. Wenn Sie sich Ihre Mutter in Ihrem Gedächtnis vorstellen, können Sie sie sehen, obwohl sie nicht neben Ihnen steht. In ähnlicher Weise können Sie auch den Duft der Blume in Ihrem Gedächtnis riechen.

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Michael Posner, Psychologe und Marcus Raichle, Neurologe an der Washington-Universität geben folgende Erklärung, wie das Bild und andere Wahrnehmungen entstehen, obwohl keine von außen kommenden Reize
vorhanden sind:

Öffnen Sie Ihre Augen, und eine Aussicht füllt Ihr Bild ganz mühelos; schließen Sie Ihre Augen und denken Sie an diese Aussicht. Auf diese Weise können Sie sich an ein Bild dieser Aussicht erinnern, es ist sicherlich nicht so lebhaft oder vollständig wie die Aussicht, die Sie mit Ihren Augen gesehen haben. Aber dieses Bild besitzt noch die grundlegenden Eigenschaften der Aussicht. In beiden Fällen entsteht im Gehirn ein Bild der Aussicht. Das Bild, das sich durch die visuellen Erfahrungen bildet, wird Wahrnehmung genannt, weil es von dem illusionären Bild unterschieden werden kann. Die Wahrnehmung entsteht als Produkt des Lichtes, das auf die Retina fällt, die dann die Impulse sendet, die im Gehirn verarbeitet werden. Aber wie können wir ein Bild hervorrufen, ohne dass das Licht auf die Retina fällt, um diese Impulse zu senden?

Eine Ursache in der Außenwelt ist nicht notwendig, damit ein Bild in unserem Gehirn entstehen kann. Dasselbe gilt auch für den Geruchssinn. Genauso, wie Sie in Ihrem Traum oder in Ihrer Vorstellung einen Geruch verspüren können, der in Wirklichkeit nicht existiert, können Sie nicht über die Gegenstände wissen, deren Düfte wir im tatsächlichen Leben riechen, außerhalb von Ihnen existieren oder nicht. Sie können nie deren Originale erreichen.


 Alle Geschmäcke entstehen im Gehirn

Das Bild eines Kuchens wird mit dem Geschmack des Zuckers vervollständigt und alles, was Sie über den Kuchen wissen, wird in Ihrem Gehirn gebildet. Der Geschmack, den Sie empfinden, während Sie den Kuchen mit Appetit essen, ist nichts anderes als der Eindruck, den die elektrischen Impulse in Ihrem Gehirn verursachen. Sie können nur wissen, was Ihr Gehirn an von außen kommenden Reizen übersetzt. Ansonsten können Sie den Gegenstand in der äußeren Welt nie erreichen; Sie können die Schokolade selbst nie sehen, riechen oder schmecken. Wenn die Geschmacksnerven, die zum Gehirn führen, durchschnitten würden, wäre es nicht möglich, dass der Geschmack von irgendetwas, das wir äßen, unser Gehirn erreichte; Wir wären vollständig unseres Geschmackssinns beraubt. Die Tatsache, dass die Geschmäcke, die Sie empfinden, außerordentlich realistisch sind, und dass Sie die Gegenstände, die zu diesen Geschmäcken gehören sehen können, darf Sie nicht täuschen. Das ist die wissenschaftliche Erklärung dieses Phänomens.

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Auch der Tastsinn entsteht im Gehirn

Der Tastsinn ist einer der Faktoren, der die Menschen davon abhält, zu verstehen, dass Seh-, Hör- und Geschmackssinn innerhalb des Gehirns entstehen. Wenn Sie jemandem sagen würden, dass er dieses Buch innerhalb seines Gehirns sieht, würde er Ihnen, wenn er nicht aufmerksam darüber nachdenkt, erklären: « Ich kann dieses Buch nicht in meinem Gehirn sehen, das ist unmöglich – schau, ich berühre es mit meiner Hand ». Wenn Sie sagen würden « Wir können das Original dieses Buches nicht wissen, das in der Außenwelt als ein materielles Objekt existiert « , würde diese oberflächlich denkende Person wieder antworten, « Nein schau, ich halte es in meiner Hand und ich fühle seine Beschaffenheit – also ich wisse was es tatsäclich ist « .

Es gibt jedoch eine Wirklichkeit, die solche M e n s c h e n n i c h t verstehen können oder v i e l l e i c h t n u r ü b e r s e h e n . D e r Ta s t s i n n e n t s t e h t g e n a u s o w i e a l l e a n d e r e S i n n e i m Gehirn. Wenn Sie also ein materielles Objekt berühren, nehmen Sie in Ihrem Gehirn wahr, ob es hart, weich, nass, klebrig oder seidig ist. Wenn wir etwas berühren, wird alle Information, die uns hilft, die äußere Umgebung und ihre G e g e n s t ä n d e z u erkennen, durch die Sinnesnerven in der H a u t zum G e h i rn ü b e r m i t t e l t . D a s Gefühl der Berührung entsteht in unserem Gehirn. Im Gegensatz z u d e r w e i t v e r b r e i t e t e n Annahme ist der Ort, an dem wir das Gefühl der Berührung wahrnehmen, nicht unsere Fingerspitzen oder unsere Haut,
sondern das Zentrum des Tastsinnes im Gehirn. Wenn Sie zum Beispiel eine raue Fläche berühren, können Sie nie sicher sein, ob diese Fläche in Wirklichkeit eine raue Fläche ist, oder was für ein Gefühl eine raue Fläche verursachen würde. Das liegt daran, dass Sie das Original einer rauen Fläche nie berühren können. Die Kenntnis, die Sie über die Berührung einer Fläche haben, ist die Interpretation bestimmter Reize Ihres Gehirns.

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Ein Mensch, der sich mit seinem Freund unterhält, während er eine Tasse Tee trinkt, lässt die Tasse sofort fallen, wenn er sich die Hand verbrennt. Aber in Wirklichkeit fühlt er die Hitze der Tasse in seinem Gedächtnis, nicht in seiner Hand. Derselbe Mensch stellt sich das Bild der Teetasse in seinem Gehirn vor, und fühlt den Geruch und den Geschmack des Tees in seinem Gehirn. Jedoch begreift er nicht, dass er tatsächlich nur Kontakt mit der Kopie von Tee innerhalb seines Gehirns hat. Er nimmt an, dass er direkten Kontakt mit dem Original des Glases hat das Glas außerhalb von ihm existiert, und er spricht zu seinem
Freund, dessen Bild wiederum in seinem Gehirn gebildet wird. Tatsächlich ist dies ein außergewöhnlicher Fall. Die Annahme, dass er das originale Glas berührt und dass er den originalen Tee trinkt, indem er die Härte und Wärme der Tasse und den Geruch und den Geschmack fühlt, zeigt uns die erstaunliche Klarheit und Vollkommenheit der Sinne, welche innerhalb seines Gehirns existieren. Der bekannte Wissenschaftsphilosoph des 20. Jahrhunderts, Bertrand Russell, schrieb in diesem Zusammenhang Folgendes:

Was den Tastsinn angeht, so tritt, wenn wir mit unseren Fingern auf einen Tisch pressen, dabei ein störender elektrischer Einfluss auf die Elektronen und Protonen der Fingerspitzen auf, der gemäß der modernen Physik aufgrund der Nähe der Elektronen und Protonen der Tischoberfläche hervorgerufen wird. Wenn die gleiche Störung in unseren Fingerspitzen auf andere Weise verursacht würde, müssten wir dasselbe Gefühl haben,
obwohl da kein Tisch wäre.

Der Punkt, den Russell in Betracht zieht, ist überaus wichtig: Denn tatsächlich, wenn unseren Fingerspitzen auf andere Weise Reize gegeben werden, können wir sehr unterschiedliche Gefühle wahrnehmen. Dies kann heute durch mechanische Simulatoren bewirkt werden. Mit Hilfe eines speziellen Handschuhs kann ein Mensch empfinden, dass er eine Katze streichelt, einem Mensch die Hand schüttelt, seine Hände wäscht, oder einen harten Gegenstand berührt, obwohl nichts davon wirklich stattfindet. In Wirklichkeit hat nichts davon ein materielles Gegenstück in der Außenwelt. Dies ist ein Beweis, dass der Mensch alle Gefühle, die er empfindet, in seinem Gehirn wahrnimmt.


Wir können die äußere Welt, die innerhalb unseres Gehirns entsteht, tatsächlich niemals erreichen

Ein Mensch, der die Landschaft betrachtet, nimmt an, dass er die Landschaft vor seinen Augen sieht. Die Landschaft jedoch, die er sieht, wird im Sehzentrum seines Gehirns gebildet. Da das Gehirn, das aus Protein und Fett besteht, diese Landschaft nicht betrachten und sie nicht genießen kann, wer ist dann diese bewusste Wesenheit ?

Alles, was wir erfahren, sehen und fühlen, entsteht in unserem Gehirn. Jemand, der auf einem Stuhl sitzt und aus dem Fenster schaut, fühlt die Härte des Stuhls, die Glätte des Stoffs in seinem Gehirn. Der Geruch des Kaffees, der aus der Küche kommt, entsteht im Gedächtnis, nicht in der Küche. Die Aussicht auf den See, die Vögel und die Bäume sind Bilder, die in unserem Gehirn entstehen. Der Freund, der ihm Kaffee serviert, und der Geschmack des Kaffees existieren im Gehirn. Kurz, jemand, der in seinem Wohnzimmer sitzt und aus dem Fenster schaut, sieht in Wirklichkeit sein Wohnzimmer und die Aussicht aus dem Fenster in seinem Gehirn. Der Mensch definiert demnach alle Wahrnehmungen, die er in seinem Gehirn sieht und die in einer Weise zusammengebracht werden, dass sie für ihn eine Bedeutung ergeben, als « sein Leben » und er kann nie aus seinem Gehirn hinausgehen.

Wir können niemals wissen, wie die wahre Natur der materiellen Welt außerhalb von uns beschaffen ist. Wir können nicht wissen, ob beispielsweise das Grün eines Blattes außerhalb unseres Gehirns genauso existiert, wie wir es sehen, oder nicht, oder ob der Geschmack des Zuckers, den wir essen, in der Tat süß ist oder ob unser Gehirn ihn nur so wahrnimmt. Es ist für uns unmöglich, dies zu erfahren. Stellen Sie zum Beispiel eine Landschaft vor, die Sie vorher gesehen haben. Diese Landschaft ist nicht vor Ihnen, sondern Sie sehen sie in Ihrem Gehirn. Die Wissenschaftsautorin Rita Carter erklärt folgendermaßen, warum wir die tatsächliche Welt nicht sehen können:

Wann immer wir uns an ein gegebenes Objekt erinnern, ein Gesicht oder eine Szene, bekommen wir nicht eine exakte Nachbildung sondern eine Interpretation, eine neue Version des Originals… Obwohl sie als gute Kopien erscheinen, sind sie oft ungenau und unvollständig.

In der Tat gibt es keinen Unterschied dazwischen, die Landschaft aus einer Entfernung vozustellen, und sie nahe zu sehen. Deswegen sehen Sie tatsächlich nicht das Original sondern eine Version, die im Gehirn gebildet wird, wenn Sie eine Landschaft anschauen.Jemand, der darüber gründlich nachdenkt, wird diese Wahrheit sehen. George Berkeley drückt diese Wahrheit in seiner Arbeit « Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis » so aus:

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Durch das Sehen habe ich eine Vorstellung über das Licht und die Farben mit ihren Abstufungen und Variationen. Durch die Berührung nehme ich die Härte und Weichheit, die Wärme und Kälte, die Bewegung und den Widerstand wahr… Das Riechen lehrt mich die Gerüche, das Schmecken lehrt die Geschmäcke und das Hören lehrt die Töne…. Da einige dieser Sinne gemeinsam betrachtet werden, wurde ihnen ein gemeinsamer Name gegeben und sie werden für eine Einheit gehalten. Auf diese Weise, wenn e i n e F a r b e , e i n G e s c h m a c k , e i n e Gest a l t und e ine Festigkeit in einer b e s t i m m t e n Anordnung betrachtet
werden, werden sie als etwas angesehen, das beispielsweise mit d e m Wor t A p f e l definiert wird; die Sammlungen anderer Eindrücke bilden einen Stein, einen Baum, ein Buch und ähnliche Dinge.


 Die « Welt der Wahrnehmungen », die wir im Traum empfinden

Ein Mensch liegt schlafend in seinem Bett, während er träumt. Trotzdem nimmt dieser Mensch alle Ereignisse, die er in seinem Traum erlebt, alle Gefühle und Reize, die er empfindet, so realistisch wahr, dass diese vom wirklichen Leben nicht unterschieden werden können. Jeder weiß dies aus seinen eigenen Träumen.

Ein Mensch, der nachts in ruhiger Atmosphäre allein in seinem Bett schläft, kann sich in seinem Traum in einer gefährlichen Situation auf einem Platz voller Menschen sehen. Er kann ganz realistisch erleben, dass er verzweifelt vor der Gefahr flieht und sich hinter einer Mauer versteckt. Die Bilder in seinem Traum sind so realistisch, dass er Furcht und Panik so empfindet, als wäre er tatsächlich gefährdet. Das Herz schlägt ihm bis zum Hals, er schwitzt, und er zeigt alle andere physiologischen Symptome, die
der menschliche Körper in einer Stresssituation aufweist. Jedoch gibt es keine tatsächlichen Ereignisse in seinem Traum. Sie existieren nur in seinem Gedächtnis.

Ein Mensch, der in seinem Traum eine Treppe hinunterfällt, fühlt dieses Ereignis mit seinem ganzen Körper, ob- wohl er bewegungslos auf seinem Bett liegt. Jemand, der in seinem Traum in eine Pfütze rutscht, kann fühlen, dass seine Kleidung nass wird und dass er sich wegen des Windes erkältet. Es gibt aber weder die Pfütze, noch den Wind. Obwohl er in einem warmen Raum schläft, erlebt er die Nässe und Kälte so, als ob er wach ist.

Jemand, der glaubt, dass er in seinem Traum mit dem Original der materiellen Welt konfrontiert ist, kann sehr selbstsicher sein. Er kann in seinem Traum seine Hand auf die Schulter seines Freundes legen, der ihm erklärt, dass « er mit einem Kopiebild konfrontiert ist”, dass es nicht möglich ist, mit dem Original der Außenwelt konfrontiert zu sein ». Als Erwiderung kann er zu ihm folgendes sagen: « Bin ich nun eine Illusion? Fühlst du meine Hand auf deiner Schulter nicht? Wie kannst du dann ein Kopiebild sein? Woher nimmst du solche Behauptungen? Komm, machen wir zusammen eine Bosporustour, wir können über dieses Thema
sprechen, und du kannst mir erklären, warum du an so etwas glaubst. » Der Traum, den er in seinem tiefen Schlaf sieht, ist so klar, dass er den Motor mit Vergnügen anstellt, langsam Gas gibt und das Gaspedal plötzlich durchtritt, so dass das Auto vehement beschleunigt. Während er die Strasse entlang fährt, sehen die Bäume und die Straßenschilder vollkommen real aus. Noch dazu atmet er die saubere Luft des Bosporus ein; genau in dem Augenblick, in dem er seinem Freund erklären will, dass das, was er in
diesem Moment erlebt, kein Traum ist, wacht er durch den Wecker auf. Interessanterweise wird derselbe Mensch bestreiten, wenn ihm im Wachzustand erklärt wird, dass das was er sieht, nur Bilder sind, die in seinem Gehirn entstehen.

Wenn die Menschen aufwachen, verstehen sie dass das, was sie bis zu diesem Moment gesehen haben, ein Traum war. Aus irgendeinem Grund aber sind sie nicht misstrauisch, dass der Lebensabschnitt, der mit einem Bild des « Aufwachens » beginnt, was sie dann « wirkliches Leben » nennen, auch ein Traum sein könnte. Jedoch ist die Art und Weise, wie wir die Bilder wahrnehmen, die wir für « das wirkliche Leben » halten, genau dieselbe Art und Weise, in der wir unsere Träume wahrnehmen. Wir erleben beide im Gehirn, können aber nicht verstehen, dass sie Illusionen sind, bis wir aufwachen. Nur dann sagen wir « Was ich gerade gesehen
habe, war ein Traum ». Wie aber können wir prüfen ob dass, was wir in diesem Augenblick sehen, nicht auch ein Traum ist? Wir nehmen vielleicht an, dass der Moment, in dem wir leben, real ist, nur weil wir noch nicht wach sind. Es ist möglich, dass wir diese Tatsache entdecken werden, wenn wir aus diesem « Traum » aufgeweckt werden, der lediglich länger als die Träume sein könnte, die wir sonst sehen. Wir haben überhaupt keinen Nachweis, der uns das Gegenteil dieser Überlegung beweisen könnte.

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Jemand, der in seinem Traum sieht, dass er an einem kalten Morgen im Winter im Garten sitzt, kann sich wegen des Windes erkälten und zu zit- tern beginnen. Jedoch gibt es weder Wind noch Kälte dort, wo er sich befindet. Er schläft sogar in einem sehr warmen Raum. Trotzdem empfindet er das Gefühl der Kälte ganz realistisch. Es gibt über- haupt keinen Unterschied zwischen der Kälte, die er in der « wirklichen Welt » empfinden würde und der Kälte, die er in seinem Traum empfindet.

In einem Experiment wurden blinden Menschen mit Hilfe eines technis- chen Geräts visuelle Reize gezeigt. Obwohl diese Menschen durch das Gerät künstlich hergestellte Reize empfingen, die nicht zur Außenwelt gehörten, konnten sie sehr realistis- che Bilder sehen. Wenn sie unter dem Eindruck standen, dass etwas auf sie zu kam, wichen sie zurück, um sich zu schützen.


VIRTUELLE OPERATION IN EINEM VIRTUELLEN OPERATIONS SAAL

An der Michigan Universität werden angehende Chirurgen mit der gleichen Technologie in einem virtuellen Raum ausge- bildet.
Im Operationssaal in diesen Abbildungen ist alles, was Sie sehen, ausgenommen die drei Doktoren virtuell, auch der Patient ist
virtuell. Mit Simulatoren führen die Medizinstudenten ihre ersten Operationen in einer virtuellen Umgebung an virtuellen
Patienten durch.

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Was uns die Hypnose zeigt

Eines der besten Beispiele für die Tatsache, dass durch künstliche Reize eine Welt hergestellt werden kann, ist die Technik der Hypnose. Während der Hypnose wird einer Person etwas suggeriert, und diese Person beginnt Ereignisse zu erleben, die von der Wirklichkeit nicht zu unterscheiden sind. Die Person sieht die Bilder, Menschen oder Aussichten, hört Töne, empfindet Gerüche und Geschmäcke, aber nichts davon existiert während der Hypnose. Die Person kann aufgrund der Erlebnisse die sie während der Hypnose erlebt, glücklich, traurig, aufgeregt, beunruhigt oder nervös sein. Der Effekt der Erlebnisse, welche die Person unter der Hypnose erlebt, kann auch äußerlich beobachtet werden. In tiefer hypnotischer Trance können bestimmte Symptome bei der hypnotisierten Person, wie erhöhter Puls und Blutdruck, Hautrötung, erhöhte Körpertemperatur und Schmerzlinderung beobachtet werden.

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In einem Hypnose-Experiment wird einer Person folgendes suggeriert: dass Sie sich in einem Krankenhaus befindet und es einen sterbenden Patienten im zehnten Stock des Krankenhauses gibt. Ihr wird suggeriert, der Patient könne gerettet werden, falls sie ihm auf dem schnellsten Weg die richtige Medizin bringt. Unter dem Einfluss der Indoktrination während der Hypnose glaubt sie, dass sie so schnell wie möglich mit der Arznei zum 10. Stock hinauf läuft. Die Person gerät dabei vor Anstrengung außer Atem und empfindet eine extreme Müdigkeit. Dann wird ihr erklärt, sie befände sich nun im zehnten Stockwerk, sie habe dem Patienten die Arznei gebracht und könne sich jetzt auf ein bequemes Bett legen. Sofort beginnt die hypnotisierte Person sich zu entspannen. Obwohl die Person unter Hypnose alle Ortsveränderungen und Ereignisse die ihr suggeriert worden waren, in ihrer ganzen Wirklichkeit erlebt hat, existierten tatsächlich weder das Krankenhaus, noch die Menschen und Ereignisse in ihm.

In einem anderen Experiment wird einem Menschen in einem Raum mit normaler Temperatur suggeriert, er sei in einem türkischen Bad und das Bad sei sehr heiß. Infolgedessen beginnt er zu schwitzen.

Diese Experimente lenken unsere Aufmerksamkeit auf einen sehr wichtigen Punkt. Damit eine Person schwitzen kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Worauf wir in diesem Fall der Hypnose stoßen, ist, dass die hypnotisierte Person geschwitzt hat, obwohl es keinen körperlichen Faktor gibt, der sie dazu veranlasst hätte. Dieses Beispiel zeigt, dass die physische Existenz einer definierten Umgebung offenbar nicht notwendig ist, um sich in genau dieser definierten Umgebung zu wähnen. Ähnliche Effekte können durch künstliche Reize oder durch psychische Beeinflussung hervorgerufen werden.

Der britische Facharzt für Hypnotherapie, Terence Watt, ein Mitglied vieler Organisationen einschließlich der Nationalen Hypnotherapie-Vereinigung, der Nationalen Vereinigung der Psychotherapeuten, des Zentrums der professionellen Hypnotherapeuten und des hypnotherapischen Forschungs-Verbandes erklärt in einem Artikel, dass manche Menschen, die sich unter Hypnose an ein vergangenes Ereignis erinnern, mit dem Ereignis zusammenhängende physiologische Veränderungen zeigen. Wenn zum Beispiel ein Zustand der Erstickung erlebt wurde, dann wird die Person unter Hypnose wieder atemlos, wenn sie sich daran erinnert, und es könnte sogar ein kurzzeitiger Atemstillstand eintreten. Watts gibt an, dass unter Hypnose sogar Fingerabdrücke auf dem Gesicht eines seiner Patienten erschienen, der sich an eine Ohrfeige erinnerte. Watts erklärt auch, dass dieses nichts Mysteriöses ist, sondern eine Reaktion des Körpers auf die Wahrnehmung des Schmerzens.

Eines der auffallendsten Beispiele, die unter Hypnose beobachtet wurden, sind auf der Haut der hypnotisierten Person erscheinende Wunden. Paul Thorsen, ein Wissenschaftler, berührte den Arm einer Testperson unter Hypnose mit der Spitze
eines Kugelschreibers Feder und erklärte ihr, es sei ein heißer Fleischspieß. Bald bildete sich genau an dem Punkt, an dem die Spitze des Kugelschreibers die Haut berührte eine Blase, wie sie durch eine Verbrennung zweiten Grades entstanden sein
könnte. Thorsen versetzte eine andere Person in Hypnose und suggerierte ihr, dass der Buchstabe A unter starkem Druck auf ihren Arm gezeichnet werde. Obgleich gar nichts getan wurde, tauchte auf dem Arm eine Rötung in der Form eines « A » auf. Die
Forscher H. Bourru und P. Burot suggerierten einer Person, man werde sie nun in den Arm schneiden, und zeichneten mit einem weichen Bleistift einen Strich auf den Arm. Der Arm begann zu bluten.

J. A. Hadfield erklärte einem Seemann unter Hypnose, er würde ihm nun einen heißen Eisenstab auf seinen Arm drücken und dass sein Arm an dieser Stelle verbrennen würde. Er berührte ihn jedoch nur leicht mit der Fingerspitze und legte anschließend einen Verband um den Arm. Sechs Stunden später, als der Verband abgenommen wurde, sah man, eine geringfügige, gerötete Schwellung. Hadfield gibt an, dass « am folgenden Tag die Schwellung größer wurde und wie eine Brandwunde aussah ».

Diese Veränderungen, die im menschlichen Körper während der Hypnose vorkommen, zeigen uns, dass wir die äußere Welt nicht benötigen, damit Empfindungen wie Sehen, Hören, Berühren, Schmerzen usw. gebildet werden können.

Diese Beispiele zeigen, dass eine bestimmte Wahrheit offensichtlich wird, wenn wir die Entstehung der Bilder innerhalb des Gehirns überprüfen und wenn wir sowohl technologischen Fortschritten folgen als auch Methoden der Indoktrination wie
Hypnose diesem Wissen hinzufügen. Der Mensch nimmt an, dass er in einer Welt lebt, die außerhalb seines Körpers existiert. Jedoch alles, was wir als « die Welt » definieren, ist nichts anderes als die Interpretation der Impulse, die unsere Wahrnehmungszentren erreichen, im Gehirn. Das heißt, wir können niemals mit einer Welt konfrontiert sein, die anders ist als die Welt, welche wir innerhalb unseres Gehirns erleben. Wir können nie wissen, was außerhalb von uns geschieht oder
existiert. Wir können auch nicht behaupten, dass die Quelle der Impulse, die das Gehirn erreichen, die materiellen Wesen sind, die draußen existieren. Heute ist dieses Thema eine Realität, die in wissenschaftlichen Büchern nachgelesen werden kann. Das einzige Problem besteht darin, dass die Menschen über diese Tatsache nicht sorgfältig nachdenken.

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