FOSSIL

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WAS IST EIN FOSSIL ?

Im weitesten Sinn besteht ein Fossil aus den unter natürlichen Bedingungen konservierten Resten eines Lebewesens, das vor langer Zeit gelebt hat. Fossilien sind Teile eines Organismusses oder Überreste, die verblieben, als das betreffende Lebewesen noch am Leben war. (Letztere sind als Fossilien- Spuren bekannt.) Sie bilden sich, wenn tote Tiere oder Pflanzen konserviert
werden, bevor sie vollständig verwesen und Teil des Sedimentgesteins werden. Damit eine Fossilisation stattfinden kann, muss das betreffende Objekt relativ schnell bedeckt werden, im Allgemeinen von einer Schlammschicht. Danach findet ein chemischer Prozess statt, durch den vermittels mineralischer Veränderungen im Ge- webe die Konservierung herbeigeführt wird.

Fossilien sind die aussagekräftigsten Hinweise auf die Details prähistorischen Lebens. Hunderte Millionen Fossilien stammen aus den unterschiedlichsten Gegenden der Erde und sie öffnen uns ein Fenster, durch das wir einen Ausblick auf die Geschichte und Struktur des Lebens auf der Erde bekommen. Millionen Fossilien weisen darauf hin, dass die Arten plötzlich auftauchten, vollständig ausgebildet und mit ihren komplexen Strukturen und dass sie sich in den seit dem vergangenen Millionen Jahren nicht verändert haben. Das ist ein eindeutiger Beweis dafür, dass das Leben aus dem Nichts entstand – dass es also erschaffen wurde. Nicht ein einziges Fossil weist darauf hin, dass das Leben sich schrittweise entwickelt hat.

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Seit über 150 Jahren beweisen die Ausgrabungen von Fossilien auf der ganzen Welt, dass Fische immer Fische gewesen sind, Insekten immer Insekten, Vögel schon immer Vögel und Reptilien nie etwas anderes als Reptilien. Nicht ein einziges Fossil verweist auf irgendeinen Übergang zwischen den Lebewesen, etwa vom Fisch zum Amphibium oder vom Reptil zum Vogel.

Neben den Informationen, die Fossilien uns über Lebensformen geben, liefern sie wichtige Daten zur Geschichte des Planeten, zum Beispiel wie die Kontinentaldrift die Oberfläche der Erde verändert hat und welche Klimaveränderungen stattgefunden haben in vergangenen Zeiten.

Seit den Tagen der alten Griechen haben Fossilien das Interesse von Forschern geweckt, ihr Studium als eigener Wissen-
Schaftszweig begann jedoch erst Mitte des 17. Jahrhunderts. Dies geschah nach Veröffentlichung der Arbeiten von Robert Hooke, dem Autor der Micrographia 1665 und der Discourse of Earthquakes (Abhandlung über Erdbeben) 1668 und Niels Stensen (besser bekannt als Nicolai Steno). Als Hooke und Steno ihre Untersuchungen durchführten, ging man allgemein nicht davon aus, dass Fossilien tatsächlich Überreste vergangener Lebewesen waren. Im Zentrum der Debatte, ob es sich um derartige Überreste handelte, stand die Unfähigkeit, die Orte, wo die Fossilien entdeckt wurden, nicht mit geologischen Daten jener Zeit zu erklären. Fossilien wurden regelmässig in bergigen Gegenden gefunden; man konnte jedoch zu jener Zeit nicht erklären, warum beispielsweise ein Fischfossil so hoch über dem Meeresspiegel gefunden wurde. Steno griff den schon von Leonardo da Vinci
gemachten Vorschlag auf, dass der Meeresspiegel im Lauf der Zeit gesunken sein musste. Hooke wiederum stellte die Theorie auf, dass sich die Berge durch Wärme im Innern der Erde gebildet hatten und durch Erdbeben in den ozeanischen Platten.

Nach Hooke und Steno, die nachwiesen, dass Fossilien tatsächlich Reste vergangener Lebensformen waren, entwickelte sich die Geologie im 18. und 19. Jahrhundert weiter und das systematische Sammeln und Erforschen von Fossilien entwickelte sich zu einem eigenen Wissenschaftszweig. Bei der Klassifikation und Interpretation der Fossilien folgte man den von Steno vorgegebenen Prinzipien. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts erlaubten die Entwicklung des Bergbaus und der gesteigerte Eisenbahnbau breiter angelegte, detailliertere Untersuchungen dessen, was sich unter der Erdoberfläche befand.

Die moderne Geologie zeigte, dass die Erdkruste aus enormen Platten besteht, die auf der Oberfläche des Planeten treiben und auf denen sich die Kontinente und die Ozeane befinden. Je stärker die Bewegung der Platten ist, desto mehr verändert sich die Geographie der Erde. Gebirgszüge entstanden durch die Kollision sehr großer Platten. Verwerfungen und Aufwärtsdruck in der Erdkruste, die über lange Zeiträume die Geographie der Erde veränderten, sind der Grund dafür, dass Erdschichten, die heute Teile von Gebirgszügen sind, einst unter Wasser lagen.

So wurden die in Gesteinsschichten gefundenen Fossilien zu einem Hauptinstrument, mit dessen Hilfe man Informationen über die verschiedenen Perioden der Erdgeschichte gewinnen konnte. Dank der Geologie wissen wir, dass die Lebewesen, die einst in Sedimenten konserviert wurden und später als Fossilien aus Felsformationen zutage gefördert werden, über extrem lange Zeiträume dort eingelagert gewesen sind. Manche der Gesteinsschichten, in denen Fossilien gefunden wurden, waren Hunderte
Millionen Jahre alt.

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Man entdeckte heraus, dass bestimmte Fossilien sich nur in bestimmten Schichten fanden und in bestimmten Gesteinsarten.

Übereinanderliegende Gesteinsschichten enthalten ganz bestimmte Gruppen von Fossilien, die als besonderes Merkmal für eine bestimmte Schicht gelten können, als Signatur einer spezifischen Schicht gewissermaßen. Diese « Signaturfossilien » unterscheiden sich entsprechend ihrer Entstehungszeit und des Gebietes, in denen sie gefunden werden. Zwei verschiedene Arten von Sedimenten, die aufgrund unterschiedlicher Umweltbedingungen entstanden sind, ein urzeitlicher (ausgetrockneter) See und ein Korallenriff zum Beispiel, können in derselben Fossilien enthaltenden Schicht aus demselben geologischen Zeitalter zu finden sein. Doch man kann dieselbe Fossiliensignatur ebenso in zwei unterschiedlichen Felsschichten antreffen, die viele Kilometer voneinander entfernt sein können. Aufgrund der aus solchen Überresten gewonnenen Informationen konnten Wissenschaftler die geologische Zeitskala entwickeln, die wir noch heute verwenden.


 Die Entstehung der Fossilien

Nach dem Tod eines Tieres entsteht dessen Fossil durch die Konservierung von dessen harten Körperteilen wie Knochen, Zähne, Schalen oder Krallen. Fossilien sind generell Teile von Pflanzen oder Tieren, die versteinert sind. Doch Fossilien entstehen nicht nur durch Versteinerung. Manche sind bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben durch permanenten Frost, wie die in
Sibirien gefundenen Mammuts, andere, wie Insekten, kleine Reptilienarten und Wirbellose durch Konservierung in Bernstein.

Stirbt ein Lebewesen, so verwest das weiche Gewebe wie Muskeln und Organe sehr schnell unter dem Einfluss von Umweltbedingungen und Bakterien. In seltenen Fällen, bei Temperaturen unter Null oder in der trockenen Hitze von Wüsten findet keine Verwesung statt. Die widerstandsfähigeren Teile des Organismus, in der Regel die Mineralien enthaltenden Teile wie Knochen oder Zähne, überstehen längere Zeiträume, in denen verschiedene physikalische und chemische Prozesse ablaufen.
Durch diese Prozesse findet die Fossilisation statt. Infolgedessen bestehen die meisten Fossilien aus Knochen und Zähnen von Wirbeltieren, aus Schalen von Armfüßern und Mollusken, aus den Außenskeletten von bestimmten Krebstieren und Trilobiten, aus den allgemeinen Strukturen von korallenähnlichen Organismen und Schwämmen und aus den hölzernen
Teilen von Pflanzen.

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Auch die Umgebung und Umweltbedingungen eines Organismus spielen eine große Rolle bei der Fossilisierung. Man kann auf der Basis der Umgebung vorhersagen, ob eine Fossilienbildung stattfinden wird oder nicht. Umgebungen unter Wasser zum Beispiel sind vorteilhafter als trockene Umgebungen.

Der übliche, verbreitete Prozess ist die Permineralisierung oder Mineralisierung. Bei diesem Prozess werden die organischen Substanzen eines Organismus durch anorganische Substanzen ersetzt, Mineralien, die sich in der Flüssigkeit des Bodens befinden, von dem der Organismus bedeckt ist. Die Mineralisierung entsteht in folgenden Stadien :

Erstens ist wesentlich, dass der tote Organismus vom Kontakt mit der Luft abgeschirmt sein muss, was in der Regel durch die ihn umgebende Erd-, Schlamm- oder Sandschicht geschieht. In den folgenden Monaten legen sich weitere Sedimentschichten über die unter der Erdoberfläche befindlichen Überreste. Diese Schichten wirken als zusätzlicher Schutz des Tierkörpers vor äußeren Faktoren. Es bilden sich viele weitere Schichten über den vorherigen, und nach einigen Hundert Jahren befinden sich die Überreste mehrere Meter unter der Landoberfläche oder dem See- oder Meeresgrund. Im Lauf der Zeit tritt eine chemische Veränderung der Strukturen der Tierknochen, Schalen, Schuppen und Knorpel ein. Unterirdisches Wasser beginnt, diese Strukturen zu infiltrieren und die darin enthaltenen Mineralien – Kalzit, Pyrit, Siliziumdioxid und Eisen – ersetzen die im Gewebe befindlichen organischen Chemikalien. Da die Mineralien erheblich widerstandsfähiger sind, als die vormals vorhandenen organischen Stoffe, kommt es im Verlauf von Millionen Jahren zu einer exakten « Steinkopie » des ehemaligen Organismus. Am Ende hat die entstandene Versteinerung – das Fossil – die genaue Form des einstigen Organismus.

Der Versteinerungsprozess durch Mineralisierung kann auf drei unterschiedliche Weisen eintreten :

  1. Wenn sich das Skelett vollständig mit Lösungsflüssigkeit anfüllt und der Zersetzungsprozess in einem späteren Stadium stattfindet, wird die interne Struktur fossilisiert.

  2. Falls die ursprünglich vorhanden gewesenen Mineralien des Skeletts vollständig durch ein anderes Mineral ersetzt werden, so entsteht eine exakte Kopie des Originalskeletts.

  3. Wenn aufgrund des Drucks ein « Abdruck » des Skeletts entsteht, so bleiben die Oberflächenkonturen des Skeletts erhalten.

Bei Pflanzenfossilien andererseits kommt es einer Karbonisierung, die durch Bakterien verursacht wird. Der Karbonisierungsprozess ersetzt den Sauerstoff und Stickstoff durch Kohlenstoff und Wasserstoff. Die Gewebemoleküle werden dabei von Bakterien durch Druckund Temperaturveränderungen oder verschiedene chemische Prozesse aufgespalten, die in der Protein- und Zellulosestruktur chemische Veränderungen bewirken, die nur Kohlefasern übrig lassen. Andere organische Substanzen wie Kohlendioxid, Methan, Hydrogensulfat und Wasserdampf verschwinden. Dieser Prozess ließ vor etwa 354 bis vor 290 Millonen Jahren die na- türlichen Kohleschichten aus den Sümpfen der Karbonzeit entstehen.

Fossilien bilden sich ebenfalls, wenn Organismen in kalziumreichem Wasser von Mineralien wie Travertin überzogen werden. Nachdem der Organismus verrottet ist, finden sich seine Konturen im Mineralbett.

Auf komplette Versteinerungen der Weichteile eines Lebewesens einschließlich Fell, Federn und Haut stößt man nur sehr selten. Dagegen sind Überreste von Weichtier-Lebensformen aus dem Präkambrium (vor 4,6 Milliarden bis vor 543 Millionen Jahren) sehr gut erhalten. Außerdem sind bis auf den heutigen Tag Gewebeteile aus dem Kambrium (vor 543 bis vor 490 Millionen Jahren) erhalten geblieben, die eine Untersuchung ihrer inneren Struktur erlauben. Auch Felle und Haare, die in Bernstein konserviert sind, gestatten genaue Untersuchungen. Andere Fossilien, die genaue Analysen zulassen, sind ca. 150 Millionen Jahre alte, im sibirischen Eis konservierte Mammuts sowie in den baltischen Wäldern gefundene Insekten und Reptilien, die von Bernstein umhüllt sind und deren weiches Gewebe somit vollständig erhalten geblieben ist.

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Enstprechend der Art des konservierten Organismus weisen Fossilien erhebliche Größenunterschiede auf. So gibt es fossilisierte Mikroorganismen ebenso wie Fossilien gigantischer Tiere, die einst in Her- den zusammenlebten. Eines der beeindruckendsten Beispiele solch gigantischer Fossilien ist das Schwammriff in Italien. Es ähnelt einem großen Hügel und besteht aus 145 Millionen Jahre alten Kalk- stein-Schwämmen, die auf dem Grund des urzeitlichen Tethysmeeres herangewachsen waren und später
aufgrund tektonischer Bewegungen des Meeresbodens an die Oberfläche gehoben wurden. Er enthält Lebensformen, die während der Tiras-Periode in den Schwammriffen lebten. Auch der Burgess-Schiefer in Kanada und Chengjiang in China gehören zu den größten Fossilien-Fundstellen; sie enthalten Tausende Fossilien aus dem Kambrium. Die Bernsteinvorkommen in der Dominikanischen Republik und entlang der westlichen Küste des Baltischen Meeres gehören zu den Hauptquellen für Insektenfossilien.Die Green River Fossilienschichten in Wyoming, die White River Fossilienschichten in Mittelamerika, die Eichstätt-Schichten in Deutschland und die Hajoula-Schichten im Libanon sind weitere bekannte Fundorte.


In wie vielen verschiedenen Gruppen werden Fossilien studiert ?

Wie die lebenden Arten werden auch die Fossilien in Pflanzen- und Tierreich eingeteilt. Diese grundsätzliche Einteilung wurde im 19. Jahrhundert vorgenommen. Spätere Forschungsergebnisse machten die Einführung weiterer grundsätzlicher Unterscheidungen erforderlich und zwar die der Pilze und Bakterien. Seit 1963 geht man von der Klassifikation anhand fünf
verschiedener « Reiche » aus :

  1. Animalia – Fossilien aus dem Tierreich, deren älteste um die 600 Millionen Jahre alt sind.

  2. Plantae – Fossilien aus dem Pflanzenreich, deren älteste bekannte Arten bis 500 Millionen Jahre zurück reichen.

  3. Monera – kernlose Bakterien, deren älteste Arten 3,9 Milliarden Jahre alt sind.

  4. Protoctista – Fossilien einzelliger Organismen. Die älteste bekannte Art ist 1,7 Milliarden Jahre alt.

  5. Fungi – Fossilien von Vielzellern, die ältesten von ihnen 550 Millionen Jahre alt sind.


Geologische Zeitalter und Paläontologie

Das erste grundlegende Wissen über die Erdkruste geht zurück auf das späte 18. und frühe 19. Jahrhundert, als im Zuge des voranschreitenden Gleisbaus für die gerade erfundene Eisenbahn mehr und mehr Tunnel gegraben wurden. William Smith, ein britischer Tunnelbauer, sah, dass es entlang der Nordseeküste ähnliche aus der Jura-Periode (vor 206 bis vor 144 Millionen Jahren) stammende Felsformationen gab, wie im heimatlichen Somerset. Smith war es auch, der anhand von Felsstücken und Fossilien, die er aus dem ganzen Land zusammengetragen hatte, die erste geologische Landkarte Englands anfertigte. Später fügte er weitere Karten hinzu, die unterirdische geologische Gegebenheiten bestimmter Regionen zeigten, womit er eine der Grundlagen der modernen Geologie schuf und die Basis für die Bestimmung des geologischen Erdzeitalters legte. Dank der aus diesen Karten gewonnenen Erkenntnisse konnten Rückschlüsse auf die Zusammensetzung (Eisen, Kohle, usw.) und Beschaffenheit der unmittelbar unter der Erdoberfläche befindlichen Schichten gezogen werden, auch wenn diese von Vegetation bedeckt waren.

Fossilien spielten eine entscheidende Rolle bei der Gewinnung dieser Informationen. Der geologische Zeitrahmen vom Präkambrium bis zum Quartär konnte nun anhand der aus den Fossilienschichten erschlossenen Daten bestimmt werden, genau so, wie es noch heute gemacht wird. Dank der Untersuchungen von Felsstrukturen wurden die verschiedenen Stadien
der Erde in den entsprechenden Erdzeit- altern identifiziert, und die in den Felsen eingeschlossenen Fossilien lieferten Informationen über die Organismen, die in diesen Perioden existiert hatten. Beide Untersuchungsansätze zusammen lieferten schließlich die Chronologie, anhand der die Erdgeschichte in zwei Äonen eingeteilt wird, die wiederum in Äran bzw. Zeitalter und schließlich Perioden unterteilt sind.

Das Präkambrium (vor 4,6 Milliarden bis vor 543 Millionen Jahren)

Das Präkambrium ist die älteste und längste Periode der Erdgeschichte; es wird in mehrere Äonen und Äran unterteilt. Der Zeitraum von vor 4,6 bis vor 3,8 Milliarden Jahren, in dem die Erdkruste noch im Entstehen war, wird das Hadaikum genannt. Das Archaikum ist der Zeitraum von vor 3,8 bis 2,5 Milliarden Jahren, gefolgt vom Proterozoikum, das von vor 2,5 bis vor 543
Millionen Jahren dauerte. Aus die- sem Äon stammen die Spuren der ersten ein- und mehrzelligen Organismen.

Das Phanerozoikum (vor 543 Millionen Jahren bis heute)

Phanerozoikum bedeutet « sichtbares oder bekanntes Leben. » Das Äon Phanerozoikum ist in drei Äran unterteilt: das Paläozoikum, das Mesozoikum und das Känozoikum. 2 A. Das Paläozoikum (vor 543 bis vor 251 Millionen Jahren)

Diese Ära, die ungefähr 300 Millionen Jahre dauerte, ist der erste und längste Teil des Phanerozoikums. Das Klima des Paläozoikums war allgemein feucht und gemäßigt, obwohl von Zeit zu Zeit eine Eiszeit stattfand.

Das Paläozoikum wird wiederum in sechs verschiedene Perioden eingeteilt: das Kambrium, das Ordovizium, das Silur, das Devon, das Karbon und das Perm.

Das Kambrium (vor 543 bis vor 490 Millionen Jahren)

Im Kambrium tauchten urplötzlich die meisten Stammformen der noch heute lebenden und auch na- hezu alle der heute ausgestorbenen Lebensformen auf. (Der Stamm – Phylum – ist die größte Kategorie nach dem Reich in der Klassifikation der Lebewesen. Die Stämme sind auf der Grundlage von Zahl und Vielfalt ihrer Organe, ihrer körperlichen Symmetrie und inneren Organisation geschaffen worden. Die Zahl der heutigen Stämme ist 35, doch im Kambrium gab es um die 50.)

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Das Erscheinen der Arten geschah so plötzlich und umfassend, dass Wissenschaftler den Vorgang die « kambrische Explosion » nannten. Der evolutionistische Paläontologe Stephen Jay Gould hat dieses Phänomen als « das bemerkenswerteste und rätselhafteste Ereignis in der Geschichte des Lebens » bezeichnet, während der Zoologe Thomas S. Ray schreibt, dass die Entstehung mehrzelligen Lebens ein Ereignis sei, nur vergleichbar mit dem Ursprung des Lebens selbst.

Wenn man die von der Paläontologie gelieferten Informationen über die kambrische Explosion sorgfältig erwägt, so wird Gottes Schöpfung ganz klar bestätigt und die Evolutionstheorie wird widerlegt. Im Präkambrium lebten hauptsächlich einzellige Organismen und nur wenige Mehrzeller, die nur wenige spezifische Eigenarten aufwiesen und denen komplexere Strukturen wie Augen und Füße fehlten. Des- wegen gibt es keinerlei Beweise, die den imaginären Übergang zu kambrischen Lebensformen belegen würden, und es kann kein einziges Fossil vorgewiesen werden, von dem behauptet werden könnte, es repräsentiere deren Vorfahren. In dieser von Einzellern dominierten, unfruchtbaren Umgebung erwach- te plötzlich eine erstaunliche Vielfalt des Lebens mit immer komplexeren Besonderheiten zum Leben. Es entstanden voneinander unabhängige Lebensformen, die sich durch ganz besondere strukturelle Eigen- arten auszeichneten. Der Fossilienbestand weist erhebliche Lücken auf, sowohl was die Verwandschaft als auch was die Komplexität der Organismen angeht, die im Präkambrium und im Kambrium gelebt haben. Die Lücken sind so groß, dass die Evolutionisten, die eigentlich die kontinuierliche Abstammung der einzelnen Lebensformen untereinander beweisen können müssten, nicht einmal generelle Familienverwandschaften unter ihnen nachweisen können, auch nicht auf rein theoretischer Ebene.

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Das Kambrium zeigt, dass von Beginn an ganz unterschiedliche Lebensformen entstanden, deren zunehmend komplexe Strukturen sich ganz plötzlich aus- bildeten.

Das Ordovizium (vor 490 bis vor 443 Millionen Jahren)

In dieser Periode lebte eine Vielzahl an wirbelloser Wassertiere, auch an Land gab es bereits Pflanzen. Der Fossilienbestand hat einen großen Reichtum an marinen Lebewesen aus dem Ordovizium offenbart, auch terrestrische Pflanzen stammen bereits aus diesem Zeitalter. Globale Klimaveränderungen, ausgelöst durch Eiszeiten, führten zum Aussterben vieler Arten. Man spricht in diesem Zusam- menhang vom ordovizischen Aussterben.

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Manche Lebensformen aus dem Ordovizium, wie der Pfeilschwanzkrebs, existieren heute noch. Ein 450 Millionen Jahre altes Fossil vom Pfeilschwanzkrebs zeigt, dass diese Kreaturen schon damals exakt dieselben komplexen Eigenschaften wie heute aufwiesen. Die älteste bekannte und nahezu perfekt erhaltene Was- serspinne (425 Millionen Jahre alt) stammt aus dem Ordovizium und ist ein weiterer wichtiger Beweis, dass die Lebewesen über Äonen hinweg unverändert geblieben sind.


Wo findet man Fossilien ?

Fossilien sind über die ganze Erde verteilt. In manchen Felsarten findet man nahezu keinerlei Fossilien, dagegen stößt man in anderen Gesteinen auf eine Fülle von ihnen. Geologen teilen die Gesteine in drei Hauptgruppen ein:

  1. vulkanisch

  2. sedimentär

  3. metamorph

Zur Kategorie der vulkanischen Gesteine gehören Granit und Basalt, die Ausabkühlendem Magma aus den Tiefen der Erde entstanden sind. Sediment-Gestein bildet sich, wenn Sand, Schlamm und andere kleine Partikel sich im Wasser übereinander ablagern. Metamorphes Gestein war ursprünglich vulkanisch oder sedimentär, hat sich aber strukturell verändert durch die extrem hohen Temperaturen und den enormen Druck in der Erdkruste.

In vulkanischen Flözen finden sich kaum Fossilien. Die wenigen existierenden Exemplare sind entstanden, als Pflanzen oder Tiere von Lava umschlossen wurden. Nur wenige Fossilien konnten die hohen Temperaturen und Drücke überstehen, die Sedimentschichten in metamorphes Gestein verwandeln.Daher werden fast alle Fossilien in Sedimentgestein oder in Ablagerungen gefunden.

Nahezu alles Sedimentgestein bildete sich aus Material, das vom Wind oder Wasser von anderen Gesteinsformationen im Zuge von deren Erosion abgetragen wurde. Manche Formen wie Kohle entstanden aus Überresten von Pflanzen und Tieren. Sedimentgesteine, die aus winzigen Partikeln entstanden sind, werden klastische Sedimente genannt. Sandstein und
Schiefer sind Beispiele solcher Gesteinsarten. Wenn sich die vormals transportierten Materialien auflösten, so geschah dies entweder durch chemische Lösung oder durch Verdunstung, was zur Ausbildung « organischer » Sedimentablagerungen führte. Beispiele hier für sind Kalkstein und Dolomitgestein. Im allgemeinen sind Sedimentgesteinsflöze eine Mischung aus klastischen und organischen Anteilen. Fossilien entstehen gewöhnlich in Schieferton, Schiefer, Sandstein und Kalkstein aus Kalziumkarbonat.

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